Crowdsourcing Best Practice und Erfolgsfaktoren
Menschen sind prinzpiell dazu bereit, ihre Zeit und ihr Wissen mit anderen zu teilen, wenn bestimmte Faktoren erfüllt sind. Zum einen darf die gestellte Aufgabe nicht zu aufwändig und mühsam sein.Ein Vorteil des verteilten Arbeitens liegt unter anderem darin, dass eine große Aufgabe in viele kleine Tasks aufgeteilt und diese anschließend unter den Teilnehmern vergeben werden können. Da die meisten Teilnehmer ihre Aufgaben in der Freizeit lösen, sollten die jeweiligen Arbeitspakete darauf hin abgestimmt sein.
Ein natürliches Interesse des Teilnehmers am Projekt oder dem angestrebten Ziel ist zudem von grundlegender Bedeutung. Ohne Interesse und ein gewisses Maß an intrinsischer Motivation leiden sowohl die Arbeitsergebnisse als auch der grundsätzliche Wille zur Partizipation. Die Panelgruppe sollte also, je nach Projektziel, zu einem gewissen Teil auch aus produktaffinen Personen bestehen.
Im Hinblick auf die Motivation sollten sich Projektmanager und Auftraggeber die Frage stellen, wie die Teilnehmer für ihre Arbeit entlohnt werden können. Dabei muss es sich nicht immer um materielle Dinge (Geld, Waren) handeln.
Viele Menschen sind bereit, ein hohes Maß an Engagement und Mitarbeit einzubringen, wenn sie dafür Anerkennung und Respekt von anderen Teilnehmern oder den Auftraggebern erhalten. Diese Anerkennung, etwa in Form von Credit Points oder eines besonderen Status, hat wiederum eine starke Rückwirkung auf den Motivationsfaktor.
Crowdsourcing vs. In-House Entwicklung
Viele Firmen stehen vor der grundsätzlichen Frage stehen, ob Sie ein Forschungs- oder Entwicklungsprojekt extern oder innerhalb Ihres Unternehmens ansiedeln. Beide Wege müssen sich jedoch nicht grundsätzlich ausschließen.
Insbesondere wenn es gilt, ein Produkt oder eine Dienstleistung weiter an die Kundenwünsche und -vorstellungen anzupassen, eignet sich der Ansatz des Crowdsourcings zum aktiven Einbezug der (potentiellen) Kunden.
So kann eine hausinterne Forschungs- und Entwicklungsabteilung die Fragestellungen und Möglichkeiten der weiteren Produktentwicklung definieren und diese in Teilen durch ein Crowdsourcing-Projekt beurteilen lassen.
Ein Massen-Brainstorming und die daraus resultierende Diskussion um Vorteile und Risikofaktoren birgt oft neue Sichtweisen, die innerhalb des Unternehmens unter Umständen nicht zu Tage gekommen wären.
Die von den Teilnehmern erbrachten Leistungen in Form von Ideen, Meinungen oder konkreten Weiterentwicklungen können anschließend in-house auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit bewertet werden. Die Ergebnisse sollten aber in jedem Fall auch wieder an die Community kommuniziert und weitergegeben werden.
Auch hier spielen die Faktoren Kommunikation und Anerkennung guter Leistungen wieder eine wichtige Rolle, um das Projekt zukunftsfähig zu gestalten.
Praxisbeispiel: Kluster.com
Verschiedene Start-Ups haben sich des Themas Crowdsourcing angenommen und stellen Firmen und Einzelpersonen entsprechende Dienste und Funktionen bereit, um mit Hilfe interessierter Personen Probleme zu evaluieren und gemeinsam zu lösen.
Der Anfang 2008 gegründete Dienst "kluster.com" etwa hat sich darauf spezialisiert, den potentiellen Kunden eines Unternehmens eine Stimme zu verleihen und somit auf die weitere Produktentwicklung Einfluss zu nehmen.
Der von Kluster als "Decision Making Tool" bezeichnete Dienst geht dabei über eine herkömmliche Voting- oder Abstimmfunktion auf einer Website hinaus. Die Nutzer werden vielmehr dazu angehalten, neue Ideen einzubringen, untereinander zu diskutieren und die Ideen mit dem größten Potential und Nutzen zu identifizieren.
Das kann von der Namensfindung für ein Produkt ("Namethis.com") bis zur sehr detaillierten Weiterentwicklung einer speziellen Funktion oder Dienstleistung reichen. Kluster setzt dabei auf die "wisdown of the crowds", also das kollektive Wissen und die gesammelten Eindrücke und Meinungen einer Masse von Kunden und interessierten Nutzern.
Die Teilnehmer einer Gruppe können vom Projektleiter in "Cluster", also verschiedene Gruppen (z.B. Programmierer, Designer, Kunden, etc.) segmentiert werden. Jede dieser Gruppen kann individuell angesprochen und beauftragt werden. Somit bietet die Website auch einen Ansatz zur Arbeit in "distributed Teams" und verteilten Arbeitsgruppen, unabhängig von den zeitlichen und örtlichen Dimensionen.
Bei den meisten Outsourcing-Projekten auf Kluster.com werden die Teilnehmer für ihre Beiträge in zuvor festegelegten "Rewards" entlohnt. Kluster selbst berechnet dem Projektadministrator zusätzlich eine Servicegebühr in Höhe von 33%.
Ähnliche Dienste: Ideablob, Innocentive, Shareyourbrain





